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DESIGN

KHR ARKITEKTER - JAN SØNDERGAARD



Interview mit Professor Jan Søndergaard, KHR Arkitekter Fiberline Composites, Middelfart, Dänemark

Dass funktionelle Industriebauten architektonisch keineswegs langweilig sein müssen, demonstrieren Sie eindrucksvoll mit dem Verwaltungs- und Produktionsgebäude Fiberline in Middelfart. Welche Idee steckt dahinter?

Für uns stand zur Diskussion, wie wir die offene, weite Landschaft angemessen bebauen können. Wir sind gedanklich zurückgegangen zu den prähistorischen Gebäuden im Norden zur Zeit der Wikinger und noch davor: Damals haben die Menschen Räume geschaffen, die umgeben waren von einer Art Schutzwall. Im Inneren dieser runden Schutzmauern bauten sie ihre Häuser – von der Ferne war nur ein Hügel in der Landschaft sichtbar. Für uns war das ein Anhaltspunkt, wie wir mit Respekt in der Landschaft agieren können. Heraus kam eine sehr einfache Form – eine klare und einfache Architektur.

Zudem arbeiten wir immer mit Licht, da wir davon in Dänemark nicht allzu viel haben. Unsere Idee war es, den historischen Fußabdruck in der Landschaft mit Licht, das bis tief ins Innere des Gebäudes reicht, zu kombinieren. Unsere Assoziation war die Erdoberfläche, die an verschiedenen Stellen aufbricht, an denen das Licht eindringen kann bis in den riesigen Raum darunter. Drei große Einschnitte bringen heute Licht in die komplette Produktion. Dank der wunderschönen Glasfasern, die hier hergestellt werden und auch für die Fassade verwendet wurden, entstehen tausende von Lichtlinien, die durch den Raum laufen und ihm Dynamik verleihen.

Im Gebäudeinneren haben Sie einen riesigen Raum für alle betrieblichen Funktionsbereiche entworfen. Welchen Gedanken haben Sie dabei verfolgt, was hat die Firma von dem Konzept überzeugt?

Wir wollten einen großen Innenraum schaffen, in dem der gesamte betriebliche Ablauf stattfinden kann und damit den Arbeitern in der Produktion die gleichen Möglichkeiten bieten wie den Angestellten in der Verwaltung. Also haben wir alle zusammen in einen Raum gebracht – und dieser ist riesig, fast 20.000 Quadratmeter groß. Von der Produktion kann man nach oben schauen in die Büros – diese sind in einer Art Galerie untergebracht, getrennt nur durch eine Glasscheibe. Die Tatsache, dass alle visuell im selben Raum sitzen, erzeugt eine starke Identität und Verbundenheit mit dem Unternehmen.

Was ist Ihr Lieblingsraum im Gebäude und wie sieht dieser aus?

Mein Lieblingsplatz ist tatsächlich dieser große Produktionsraum, da er unsere Idee transportiert, dass alle zusammenarbeiten – und das gibt Energie – für jeden. Und natürlich mag ich die Meeting Bereiche: Sie befinden sich in den großen gläsernen Einschnitten außerhalb des Gebäudes. Jeder kann dort hingehen und diesen wundervollen Blick über die Landschaft genießen – das bringt Lebensqualität in den Arbeitsalltag. Der Winkel der Fassade beträgt 60 Grad und gibt Dir das Gefühl zu schweben. Es ist ein wenig, als wäre man im All und der Kopf ist frei, um in alle Richtungen zu denken.

In den Büroräumen haben Sie sich für unifarbenes DLW Linoleum entschieden, warum?

Wir haben Linoleum ausgewählt, weil es der Idee der einfachen Oberflächen entspricht – sehr klar und sehr einfach. In der Produktion gibt es einen speziellen Betonboden im selben Grauton wie das Linoleum. Zudem ist die Farbe neutral und es entstehen schöne Lichteffekte, vor allem in den Meeting Räumen. So fokussiert man sich auf die umgebende Landschaft, nicht auf den Raum. Es war uns wichtig, Materialien zu verwenden, die zu unserem Leitgedanken passen. Wir denken, wir haben eine sehr gute Wahl getroffen – alles, auch die Details, zielen ab auf das Konzept des schnörkellosen, geradlinigen Gebäudes.

Und ich denke das ist Ihnen rundum gelungen! Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für unser Interview genommen haben!

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