Weltmeister von morgen lernen „im Grünen“
Anfang des 20. Jahrhunderts legte Hans Erlwein auf dem Ostragehege, einer Auenlandschaft bei Dresden, den „Neuen Schlachthof“
an. Dieser wurde mittlerweile zur Messe umgebaut und prägt zusammen mit einem großen Sportkomplex das Bild des Geländes. In
dessen Nachbarschaft ist das neue Schulsportzentrum der Architekten Meyer - Bassin & Partner entstanden. Der Neubau und sechs
denkmalgeschützte Bauten beherbergen ein Sportgymnasium, eine Sportmittelschule und ein Internat.
Die Lage und der Grundriss des Neubaus leiten sich von den großräumigen Bezügen der bestehenden Bebauung ab und orientieren
sich an den Wege- und Freiraumbezügen. Der Komplex ist u-förmig angelegt, im linken Flügel befinden sich die Räume der Mittelschule
und im rechten die des Gymnasiums. Die Fachkabinette und Verwaltungsräume im Mitteltrakt nutzen beide Schulen gemeinsam.
Charakteristisch schieben sich Mensa und Sporthalle aus dem u-förmigen Bau heraus. Die Mensa ragt in den großzügigen Pausenhof
und greift den schrägen Winkel des Straßenverlaufs sowie der Bestandsgebäude auf. Die Bibliothek am Ende des Ostflügels ist
ein über zwei Geschosse auskragender Kubus mit vertikalen Sonnenschutzlamellen. Sie wirkt wie ein Einzelelement als Gegengewicht
zur Mensa.
Die Obergeschosse sind streng gegliedert. Auf der Außenseite des Gebäudes sind beide Etagen optisch kraftvoll zusammengefasst
durch eine rahmenartige Fassadenausbildung. Die grün-silbrig schimmernde Faserzementverkleidung nimmt farblich Bezug auf die
ursprüngliche Auenlandschaft des Ostrageheges.
Ins Innere des Gebäudes gelangen Schüler und Besucher durch das teilweise gebäudehohe Foyer, das gleichermaßen als zentraler
Kommunikationsort, Treffpunkt und Pausenhalle fungiert und alle drei Gebäudeteile erschließt. Die Mensa wurde von den Architekten
Meyer - Bassin & Partner bewusst als ein Ort zum Abschalten und Erholen konzipiert. Für optimale Helligkeit sorgen die raumhohe
Verglasung zum Innenhof sowie drei große Oberlichter. Die nach oben verglasten Betonkegel leuchten durch integrierte Lichtspots
raffiniert nach unten.
Die langen weißen Schulflure werden aufgelockert durch farbige Sitznischen. Diese sind in warmen Gelbtönen gehalten, die mit
den hellgrünen Schließfächern harmonieren. Jede dieser Nischen wird durch eine indirekte Beleuchtung mit integrierten Lichtbändern
in der Decke hervorgehoben. Hinter einer Wand aus Sichtbeton liegen die Fachkabinette im Mitteltrakt.
Die Klassenräume und Fachkabinette sind charakterisiert von großen Fensterfronten, weißen Wänden und Sichtbeton. Farbenfrohen
Kontrast bieten die maigrünen Einbauten sowie die farblich passenden, leuchtend grünen Linoleumböden, die erneut das Thema der früheren Flussaue aufgreifen und tatsächlich ein wenig den Eindruck erwecken, im „Grünen“ zu lernen.
Die Architekten entschieden sich bewusst für das umweltfreundliche DLW Linoleum, denn es sorgt für ein natürliches Raumklima und damit für ein angenehmes Lernumfeld. Für die Sportschule wurde eigens eine
Sonderfarbe entwickelt: DLW Linoleum Colorette in einem leuchtenden Grün belebt die Unterrichtsräume und die Bibliothek. Ein dezentes Schwarz sorgt in den Schulfluren für
eine ruhige Raumwirkung.
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