Bodenbeläge | Bulgarien


ÖKOLOGISCHES BEWUSSTSEIN

UNIVERSITÄT OLOMOUC



Grün erstrahlt bei Nacht das Erdgeschoss des jüngsten Neubaus der zweitältesten Universität Tschechiens in Olomouc. Die Atelier M1 Architekten haben für die wissenschaftliche Fakultät einen klar strukturierten Baukörper entworfen. Die Fenster im Erdgeschoss sind grün getönt und lassen das Gebäude nach außen strahlen, darüber erhebt sich eine streng gegliederte Fassade. In den homogen angeordneten Fenstern spiegeln sich Umgebung und Himmel, glänzend schwarzer Stein bringt Ruhe in die Außenansicht.

Die Gebäudekonstruktion ist Basis des energetischen Konzepts, die Glasflächen der Fassade machen bewusst nicht mehr als 50 Prozent aus, um im Inneren stabile Temperaturen zu gewährleisten. Gleichzeitig garantieren sie eine maximale Nutzung des Tageslichts. Im Erd- und Dachgeschosses werden die Fenster von außen beschattet. Der kompakte Baukörper mit starker Dämmung und Geschossdecken aus Ortbeton unterstützen das angenehme Raumklima. Das Gebäude kommt damit zu zwei Dritteln ohne Klimaanlage aus.

Große Räume, die Temperaturunterschiede gut ausgleichen und die ohnehin mit einer Klimaanlage ausgerüstet werden mussten, wie Labore oder Konferenz- und Vorlesungssäle, haben die Architekten in den sonnigeren Süd-Ost-Trakt gelegt. Die Belüftung dieser Räume geschieht trotzdem hybrid, die Fenster lassen sich bei Bedarf öffnen. Die kleineren Räume befinden sich im schattigen Nord- West-Trakt, der komplett auf eine Klimaanlage verzichten kann. „Es war uns wichtig, ein Gebäude zu realisieren, das nicht permanent geschlossen ist und mit einer Klimaanlage auf gleichbleibenden Temperaturen gehalten wird“, erklärt Jan Hájek von den Atelier M1 Architekten. „Die Nutzer begrüßen es sehr, auch mal das Fenster zu öffnen und den angrenzenden Park zu genießen.“

„Bei all unseren Konzepten versuchen wir immer möglichst viel Natur auch in einem urbanen Umfeld zu integrieren. Daher haben wir die Gebäudefläche minimiert und Platz geschaffen für öffentlichen Raum, für einen Park und einen Platz als Treffpunkt.“ Von den 20.000 m² Bauland nimmt das Gebäude heute tatsächlich nur 3.500 m² in Anspruch, der übrige Raum wird für Grünflächen genutzt.

Die Gebäudeform entspricht einem langgestreckten Kreuz. In dessen Zentrum begrüßt das komplett in weiß gehaltene Atrium die Besucher und ist gleichzeitig ein kommunikativer Treffpunkt. Highlight ist das filigrane Treppenhaus, das alle Etagen verbindet und faszinierende Blicke zulässt – nach oben durch ein Glasdach in den Himmel und nach unten auf einen leuchtenden LED-Boden. Transparenz und Eleganz verleihen die Brüstungen sowie das Treppengeländer aus Glas in Kombination mit weißen Hochglanzwänden.

Für eine leichte Orientierung im Gebäude haben die Architekten eine Art „Farbleitsystem“ entwickelt: Jeder Flur ist gekennzeichnet durch eine eigene Farbe, die der Boden aufgreift. Passend dazu gibt es an der Wand Grafiken in den Komplementärfarben von bekannten tschechischen Typografen. Die Motive greifen jeweils das entsprechende Institut auf, das mathematische Institut trägt folglich mathematische Zeichen. Basis ist jeweils der farbige Boden: DLW Linoleum von Armstrong.

Die unempfindliche Struktur Marmorette mit ihrem Farbsystem, das 56 Farbtöne umfasst, bietet nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten. Von knalligem Gelb über warmes Orange und Froschgrün bis hin zu dezentem Hellgrau liegen heute 15 verschiedene Farben des DLW Linoleums in der Universität. Für besonders empfindliche Bereiche wurde die ableitfähige Variante eingesetzt.

Linoleum als Bodenbelag aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen passt zudem bestens zum Nachhaltigkeitsaspekt der Uni.

Statement Jan Hájek zum Thema Nachhaltigkeit:

„Wir versuchen auch in Tschechien Bauherren dafür zu sensibilisieren, dass Nachhaltigkeit viel mehr ist als eine begrünte Dachfläche. Eine oft sehr schwierige Aufgabe, da viele Investoren Aspekte wie regenerative Energien nur als Kostenfaktor oder gar als unnötigen Schnickschnack sehen. Manchmal können wir auch mit auf den ersten Blick recht einfachen Maßnahmen schon sehr viel erreichen.“

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