Kunst am Boden
Armstrong fertigt „Bodenstück“ von Juan Muñoz
Erfunden wurde Linoleum als robuster und langlebiger Bodenbelag. Genutzt wird es seit über 125 Jahren aber auch als wirkungsvolles innenarchitektonisches
Gestaltungsmittel, und zwar von weltbekannten Architekten und Designern, etwa Peter Behrens, Ludwig Mies van der Rohe und
Walter Gropius. Doch auch zahlreiche Künstler bedienten sich des vielseitigen elastischen Materials, man denke nur an den
Linolschnitt als kunstvolles Druckverfahren.
Dass sich Kunst und Boden originell miteinander verbinden lassen, zeigte der Spanier Juan Muñoz mit seinen Kunstwerken im
Grenzbereich zwischen Kunst, Architektur und Ethnologie. Seine sogenannten "Bodenstücke" thematisieren explizit die Beziehung
zwischen Figur und Raum. Für sie inszenierte er Zwerge und Bauchrednerpuppen auf ornamentierten Böden.
Zu Ehren des 2001 verstorbenen Künstlers zeigt die Tate Modern in London im kommenden Jahr eine Sonderausstellung, in deren
Rahmen eine Intarsienarbeit in raffinierter 3D-Optik von Muñoz zu sehen sein wird. Für dieses Kunstwerk hat Armstrong jetzt
den Originalboden auf einer Fläche von 9 x 10 Metern angefertigt - mit Hilfe von Computer Aided Manufacturing (rechnerunterstützter
Fertigung) und einer Ultraschallschneidanlage. Dabei wurde DLW Linoleum Uni Walton in Schwarz, Braun und Gelb so inszeniert, dass der Boden wie ein großer dreidimensionaler Raum wirkt. Armstrong zeigt damit
einmal mehr, wie vielseitig DLW Linoleum ist und welche individuellen Lösungen auch heute mit Architekten, Künstlern und Objekteuren realisiert werden können.

Juan Muñoz
The Wasteland, 1987
Collection of Elayne and Marvin Mordes, USA © The Estate of Juan Muñoz
Photocredit: Tate Photography