Konzept "Farbe"
"...von allen seiten zugleich stiegen zum rostroten leeren himmel hautflügelige schaumgewölke auf, waagerecht ausgebreitet,
mit verdickten, wie aufgeblasenen rändern, ohne jede ähnlichkeit mit wolken. Die einen, die als waagerechte streifen die tiefstehende
sonnenscheibe überzogen, erschienen durch den kontrast zu ihrem brand schwarz wie kohle, andere in der nähe der sonne, liefen
rostrot an, entbrannten kirschfarben, amarantfarben, je nachdem, unter welchem winkel die strahlen des sonnenaufgangs sie
trafen..."
Das textzitat stammt aus dem roman "solaris" von stanislaw lem, einem visionären stück literatur (erschienen 1961), das die
gattungsgrenzen der science-fiction dauerhaft sprengte - wahrnehmungspsychologie, utopie, kosmologie und philosophie miteinander
verband, wie es danach kaum ein roman dieses genres´ wiederholen konnte.
Der roman geht neue wege und ähnlich frei haben wir uns mit dem thema "farbe" beschäftigt. von der üblichen darstellungsform
von eingefärbter wand, boden, decke (und fassade) wollten wir bewußt abweichen. Wir sind weit nach "draußen" gegangen, haben
als metapher für unsere weiterführenden farb-raum-konzepte das mannigfache und sich stetig verändernde schauspiel der natur
gewählt. Ihrer gewalten, dem werden und vergehen ihrer unzähligen und sich immer wieder variierenden wolkenformationen.
Diese zerfaserten wolkenlandschaften, diese "außenräume" als sinnbild für konzepte im innern - die gestaltungskraft der natur
als auslöser, als ideengeber für weitergehende gestaltungen im innern. Flächen lassen sich auf verschiedenste weisen einfärben.
uns interessiert dabei der aspekt von stille und chaos. Ein himmel klart auf, er zieht sich zu. diese dynamik übertragen wir
auf unsere farbkonzepte, färben ganze flächen mit myriaden von farben ein, schillernd, changierend, überbordend.
Mit unserem konzept wollen wir das system von "gewöhnlichen" räumen und ihrer wahrnehmung aufbrechen; durch die schaffung
surrealer farblandschaften, durch die bewegung zwischen den zwei polen "leer" und "voll" - wir plädieren in unserem konzept
für den extremen einsatz von farbe, flirrende farbexplosionen, sich stapelnden projektionen aus schillerndem licht. In augen,
kopf und ohren bleibt ein blendendes rauschen zurück.
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