Interview mit Claus Anderhalten, Anderhalten Architekten Inspirierende Architektur, mit der sich angehende Designer identifizieren können, entwarf das Berliner Büro Anderhalten Architekten
– in ihren Händen lag der Umbau und die Erweiterung des Institutsgebäudes für Industriedesign an der Hochschule für Kunst
und Design in Halle. Claus Anderhalten berichtet, wie kreativ Bauen im Bestand sein kann.
Inspirierende Architektur, mit der sich angehende Designer identifizieren können, entwarf das Berliner Büro Anderhalten Architekten
– in ihren Händen lag der Umbau und die Erweiterung des Institutsgebäudes für Industriedesign an der Hochschule für Kunst
und Design in Halle. Claus Anderhalten berichtet, wie kreativ Bauen im Bestand sein kann.
Frage: Sie zeichneten verantwortlich für den Umbau und die Erweiterung des Institutsgebäudes für Industriedesign in Halle. War es
eine besondere Herausforderung, Architektur für die jungen Designer zu entwerfen?
Antwort: Schön war, dass wir von Anfang an die Nutzer kannten, wir haben bewusst Professoren und Studenten in den wirklich kreativen
Planungsprozess involviert. Fest stand, dass ein Gebäude mit Identifikationspotenzial entstehen sollte, ein Gebäude, das nach
außen signalisiert, dass es dort um Design geht, und zwar ganz speziell um Industriedesign. Schwierig war der Spagat zwischen
den Standardvorgaben der Bauverwaltung und den Wünschen und Anforderungen des Instituts, für die eben Standardräume nicht
ausreichen. Ausstellungsflächen müssen hier zum Beispiel auch für großformatige dreidimensionale Arbeiten ausreichen, die
Studenten benötigen mehr Luft und Licht in den Räumen.
Frage: Charakteristisch ist insbesondere die Fassade, was war die Idee dahinter?
Antwort: Früher waren die Designer in einem ehemaligen Laborgebäude, einem Erweiterungsbau an eine Jugendstilvilla untergebracht.
Die Künstler der Hochschule sitzen schon immer in der Burg Giebichenstein. Die Designer sollten im städtebaulichen Umfeld
präsenter werden. „Hier sind wir!“ – das soll die dominante Fassade zeigen. Etwas Konventionelles hätte nicht gepasst, die
goldfarbene, dreidimensionale Struktur ist ein Blickfang. Realisiert haben wir die Fassade mit industriell vorgefertigten
Aluminiumelementen in nur drei Formaten, passend zum Thema Industriedesign und serielle Produktion.
Frage: Haben Sie Feedback von Studenten und Professoren des Instituts erhalten, wenn ja, welches?
Antwort: Die Hochschulleitung, Assistenten und Studenten waren ja von Anfang an bei der Planung beteiligt. Daher haben sie sich auch
sehr früh mit dem Gebäude identifiziert. Es hat mich gefreut, dass bereits im Rohbau, nachdem gerade die Fenster eingebaut
waren, die erste Jahresausstellung dort stattfand – und es war spannend zu sehen, wie die Studenten die Architektur interpretieren.
Auch von der Hochschulleitung haben wir sehr positives Feedback erhalten.
Frage: Ihr Architekturbüro ist spezialisiert auf die Sanierung und Umnutzung denkmalgeschützter Gebäude, welche Rolle spielt Design,
welche Kreativität bei Ihrer täglichen Arbeit?
Antwort: Der gesamte Prozess der Architekturfindung ist beim Bauen im Bestand stark verlagert auf die Baustelle selbst. Probleme und
Details sieht man erst, wenn man vor Ort ist und am Objekt arbeitet. Beim hochwertigen Denkmal ist die Kunst gefragt, das
Potenzial des Altbaus auszuloten und dem dann etwas gegenüberzustellen, Alt und Neu zu einer neuen Einheit zu verbinden. Hier
sind, neben dem Know-how, Kreativität und die Auseinandersetzung mit dem Architekten des Altbaus gefragt.
Frage: Gibt es einen Rat, den Sie angehenden Designern mit auf den Weg geben können?
Antwort: Sie sollen konsequent ihre eigenen Ziele verfolgen und sich nicht vom Weg abbringen lassen. Diskussionen und Anregungen Anderer
sind wichtig, aber dabei darf man nicht sein Ziel aus den Augen verlieren.
Herzlichen Dank für das nette Gespräch!
Anderhalten Architekten wurde 1993 in Berlin gegründet, sie haben sich spezialisiert auf die Sanierung und Umnutzung von repräsentativen
denkmalgeschützten Gebäuden. Claus Anderhalten zeichnete mit seinem Team verantwortlich für den Umbau und die Erweiterung
des Institutsgebäudes für Industriedesign der Hochschule für Kunst und Design, Burg Giebichenstein, Halle.
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